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Eishockey-Training in der Eishalle Deutweg, Winterthur
Montag, 15.12.2008
TV Dättlikon, TV Neftenbach, TV Henggart, TV Seuzach

Text: Dani Hofmann, Höfi #5, Fotos: Dario Casa und Edi Huber

Die Eishockeybegeisterung ist in unserem Turnverein seit Jahren sehr hoch. So hatten wir in den vergangenen Jahren Freundschaftsbegegnungen gegen den Turnverein Oberwinterthur und Balterswil. Seit 2006 spielen wir ein jährliches Turnier gegen Balterswil und Steckborn. In den vergangenen drei Turnieren ist es uns leider noch nie gelungen das Turnier zu gewinnen. Als uns zu Ohren kam, dass Balterswil einen permanenten Standort für den Wanderpokal sucht, wenn sie diesen im Jahre 2009 zu dritten Mal gewinnen, mussten wir reagieren. Rufe nach einem Training wurden laut. Letztes Jahr wurde ja eigentlich schon viel trainiert in Frauenfeld, aber nie im Team und nie in Vollmontur. Also los. Eis mieten und in Ausrüstung trainieren. Und dann, vertreiben wir uns einfach so alleine zwei Stunden die Zeit auf dem Eis? Nein – wir fragen einfach andere Turnvereine an. Hettlingen zum Beispiel, doch Präsident Tribelhorn musste uns absagen, den die hockeybegeisterten Hettlinger sind nicht im Turnverein, sondern spielen in der Hettlinger Plauschmannschaft „Müliflitzer“. Nun gut, die Latte wäre dann doch etwas zu hoch für unsere Schlittschuhkünstler, wir wollten ja auch ein oder zwei Tore schiessen. Die nächste Anfrage richten wir an den Oberturner von Neftenbach, unsere Trainingspartner aus der Zeit als in Neftenbach die Turnhalle neu gebaut wurde. Wir erhielten keine Absage, doch Neftenbach alleine konnte lediglich einen Spielerblock stellen. Für einen zweiten Block schickten wir den Samichlaus nach Dättlikon, welcher diesen dort einsackte. Den dritten Block machte Urs Berglas in Henggart aus. Für den Torhüter gelang uns ein Temporärtransfer aus der Hockeyhochburg Bülach, namentlich von den Red Wolfs Michael Joho. Somit hatten wir unseren Gegner selbst zusammengestellt, eine Selektion aus drei befreundeten Turnvereinen mit einem Top-Goalie. Hoppla, hätten wir wahrscheinlich gleich einen Termin mit den Müliflitzern ausmachen können. Für einen fairen Spielverlauf sollte Gino Viola sorgen, dem wir ein weiss schwarz gestreiftes Leibchen besorgten.

Der Match wurde angesagt auf den Montag, 15.12.2008, 20.30 Uhr in der Eishalle Deutweg in Winterthur. Vorgängig wurde noch ein VW-Bus voller gemieteter Ausrüstungen angeliefert. Dass neben dem Spass auch eine Portion Ehrgeiz und Enthusiasmus dabei war wurde in der Garderobe beim Umziehen gleich klar. Halbe Ausrüstungsteile genügten nicht, alles wurde mit Klebeband und Schrauben auf Vordermann gebracht, gegenseitig Teile ausgetauscht und nachgerüstet. Auf beiden Seiten wurde etwa 15 Minuten eingespielt, dann hatte man aber auch schon genug von den Übungen, es sollte gespielt werden. Schiedsrichter Gino liess die Mannschaften aufstellen und bittete zum ersten Pully in der Mitte des Spielfeldes. Bereits bei den ersten Einsätzen merkten alle wieder wie streng es auf dem Eis ist und wenn man zwischen durch zu Luft kam wurde mächtig geschwitzt. Es entwickelte sich ein harter und zäher Fight mit viel Spielfluss. Die Mannschaften waren sich ebenbürtig und kannten die Regeln, Schiedsrichter Gino musste das Spiel nicht viel unterbrechen. Pünktlich zu Spielbeginn färbte sich die Westseite der Eishalle in den Farben Blau Gelb. Unsere Fans waren in grossen Massen erschienen um uns zu unterstützen. Leider konnten wir sie, wenigstens resultatmässig, in den ersten 20 Minuten nicht zufrieden stellen. Ein glücklicher und ein unerzwungener Treffer und wir waren, wie schon so oft, wiedermal in Rücklage. Unser Goalie, Geru Bichsel, war bei beiden Treffern chancenlos. Die Spieler klärten sich auf unserer Bank gegenseitig über den Ernst der Lage auf und auch über die Klasse des gegnerischen Goalies. Jede sich bietende Torchance musste zwingend mit einem Torerfolg abgeschlossen werden, denn viele Chancen werden wir nicht erhalten. Teamcoach Edi Huber schlug den einzelnen Linien in der Pause einige schwedische und canadische Spielzüge vor. In der Realisierung stellte sich die canadische Variante als die erfolgreichere heraus. Der Puck wurde im Angriffsdrittel in der Ecke gewonnen und gefährlich vor das Tor gespielt, zum Teil so gefährlich, dass erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Patrik Ott, der linke Flügel aus Block 2 zelebrierte diese Angriffstaktik mehrere Male lehrbuchmässig. Nachdem beim Wechsel der Sturmformationen keine Fehler mehr passierten agierten alle ab der roten Linie sehr druckvoll nach Vorne, ab der blauen Linie wurde geschossen. Jürg Peterhans gelang nach einer schönen Passfolge aus dem Verteidigungsdrittel ein solcher Schuss ab der blauen Linie, sehr scharf und platziert in die entfernte untere Ecke des roten Zielgehäuses. Mit viel Kampf und starkem Durchsetzungsvermögen gelang es uns tatsächlich in Führung zu gehen. Jubel! Die Fans tobten auf der Westseite, wir selber ja auch. Einmal in Spiellaune, konnten einige unserer Spieler kaum mehr gebremst werden. Beat Boss, Thomas Walter und Dani Hofmann konnten sich auch noch in die Liste der Torschützen einreihen. Nur nicht nachlassen, lieber noch eins draufsetzen. Doch da fehlte entweder das Glück oder die Kraft. Hinten musste einfach sauber rausgespielt werden, oder je länger das Spiel dauerte einfach rausgespielt werden. Wir brachten das Ding über die Runde und gewannen das Spiel mit 5:4. Viel wichtiger aber war alles rund herum: Vier Turnvereine mit Fans und trafen sich zum freundschaftlichen Hockeyspiel, fair, mit viel Freude und ohne Unfall. Alles schon fast wieder zu gut, denn einige wollen nochmals. Nun ja, man wird (sich) sehen.

Danke an die mitgereisten Fans und Supporter, Tanja Manz, Tanja Looser, Corinne Rahm, Lyn Ehrensperger, Andy Dubs, Kurt Hofmann und Mäge Manz, der wegen eines Militäraufgebotes zwar nicht spielen konnte, für einen Kurzbesuch reichte die Zeit aber.

Danke an den Fotografen, Dario Casa.
Danke an Roger Hofmann für die Arbeit und den Bus, mit welchem die geliehenen Ausrüstungen geholt und zurückgebracht wurden.
Danke an Edi Huber für die Hilfe als Kassier, das Coaching an der Bande und die Fotos.
Danke an alle, die dieses Treffen auf dem Eis ermöglichten, es hat Spass gemacht.