Hellwach und nüchtern, also zumindest wach, traf man sich am 13. September 1997 um 08.00 Uhr in der Früh zur Turnfahrt. Diesmal wurde aber nicht mit dem Zug gereist, sondern das Velo gesattelt. Als dann schliesslich alle da waren, die sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen wollten, fuhren wir dann mal in Richtung Neftenbach. Da der Zielort nicht bekannt war, überlegte sich noch mancher, wo man hinfahren könnte. Um halb neun dann mal zwischen Neftenbach und Pfungen angekommen, gab es dann mal den ersten Bierhalt. Ein ganzer Harass stand für uns bereit. Nach kurzem Rast fuhren wir dann aber weiter Richtung Eglisau. Doch bevor wir dort ankamen, musste noch ein Beizlistopp her. Gesagt, getan und schon wurden wieder alle Kräfte auf’s Neue gestärkt. Schwerpunkt Nummer eins war der steile Hoger in Eglisau, mit Müh und Not kämpfte sich jeder hinauf. Sogar Söme mit seinem nigelnagelneuen Mountain-Bike hatte seine Mühe. Nach kurzer Verschnaufpause radelten wir weiter auf unseren unbekannten Zielort zu. Schon mit Hunger im Bauch und Richtung Deutschland fahrend kamen wir schliesslich an einem Hof an.

Endlich, die langersehnte Mittagspause. Mit Schmerzen am Hinterteil stiegen wir von unseren Sätteln. Zum Essen gab es heissen Schinken und Kartoffelsalat. Nach ca. 1 1/2 stündiger Mittagspause mussten wir uns wieder rüsten. Doch es wurde nicht auf’s Velo gestiegen – Tontaubenschiessen war jetzt angesagt. In Fünfergrupen wurde eingestanden und dann ging es nach einigen Probeschüssen los. Die alten Hasen aus dem Militär hatten fast keine Mühe mit dem Schiessen, doch auch die Unerfahrenen und die, welche das Schiessen verlernt hatten, kamen mit dem Spass nicht zu kurz. Danach hiess es aber wieder ab auf das Velo und weiter in unbekannte Richtung.

In Lotstetten angekommen, wurde wieder einmal auf alle gewartet und dann ging es «noch» weiter. Durch den Wald, da über die Grenze und dort wieder, landeten wir schliesslich in Hallau, unserem Zielort. Mit wunden Muffen und ausgekotzten Lungen bezogen wir den Massenschlag im Hotel Garni. Jeder freute sich auf eine warme Dusche. Nun hiess es lange Zeit warten, bis es dann mal in einem Restaurant in Hallau etwas zu essen gab. Die einen begnügten sich mit ein paar Bierchen im Hotel und der Rest ging mal auf Erkundungstour durch das Dorf. Zum Glück war an diesem Samstag gerade Feuerwehrhauptübung oder so und die zwei Spünten in diesem Kaff hatten fast die ganze Nacht hindurch geöffnet.

Zum Znacht gab es dann Rahmschnitzel und Nüdeli. Danach hiess es dann «ab i d’Möscht!». Man schlug sich dann bis tief in die Nacht in diesen zwei Kneipen rum und das spektakulärste Ereignis war natürlich, als Chrigel der Baustelle neben dem Spunten ein kleines flüssiges mit Bröckli gemischtes Denkmal verpasste. Vom Weg zurück ins Hotel gibt es nichts zu erwähnen, es weiss wahrscheinlich fast keiner mehr, wie er das geschafft hat.

Um 07.00 Uhr war dann bereits Tagwache. Teils mit einem Siech kamen doch noch alle zum Frühstück. Ab jetzt ging es zu Fuss weiter, welch ein Krampf, denn es gab noch welche, die sich nicht ganz vom Samstagabend erholt hatten. Unsere Velos wurden am Vorabend von Erich abgeholt. Wir benutzten zum Glück teilweise noch den Bus, aber das auch nicht lange. Wir mussten so einen Hügel hinauf kraxeln, welcher manchem zum Verhängnis wurde. Oben hatte es dann einen Aussichtsturm, der auch noch bestiegen werden konnte. Doch nicht alle hatten vorige Kraft. Nach kurzem Erfrischeungsrast watschelten wir dann weiter, einfach irgendwo im Wald herum, bis dann endlich Mittagspause angesagt war. Aus dem Rucksack verpflegten wir uns dann auf’s Neue. Das Wetter war wunderbar und mancher gönnte sich ein Mittagsschläfchen in der Wiese.

Nach dem erholsamen Halt liefen wir nach Schaffhausen und nahmen dort noch ein Bier, damit auch die Zugfahrt nach Hettlingen noch auszuhalten war. In Hettlingen angekommen, kam dann Erich mit unseren Drahteseln und wir sassen wieder auf. Nächster Halt war dann für die, die noch wollten, der Frieden. Da wurde dann noch das letzte Mal eingekehrt und total kaputt, mit wundem Hintern und ein paar Hirnzellen weniger, wurde die Turnfahrt 1997 des Turnverein Seuzach beendet. Und wer sich jetzt noch nach Hallau getraut und mit TV Seuzi meldet, ist dort wahrscheinlich allen wohlbekannt.

Jürg Peterhans und Walti Hagen haben diese Turnfahrt super organisiert. Besten Dank!

Patrick Kaufmann

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